Zoomfunktionalitäten im Interface- Design von Kartenapplikationen
Montag, den 30. August 2010 um 15:52 Uhr
Die Zoomfunktion in Kartenapplikationen ist ein zentraler Bestandteil der Navigationswerkzeuge. Daher sollte auch auf diese Funktion besonderes Augenmerk im User Interface Design gelegt werden. In diesem Artikel werden grundlegende Möglichkeiten für Kartenanwendungen beschrieben und genauer beleuchtet.
Mögliche Varianten von Zoomfunktionen
Die Möglichkeiten an Zoomfunktionalitäten haben sich im Laufe der Zeit immer wieder verändert und sind immer stark abhängig von den technischen Möglichkeiten sowie von den Interaktionsmöglichkeiten des Users. Im Folgenden werden grundlegende Varianten näher erläutert. Klarerweise gibt es noch eine Fülle weiterer Varianten bzw. Kombinationsmöglichkeiten.
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Zoom durch Einfach- oder Doppel- Klick
Diese Variante ist vor allem durch Kartenanwendungen im Internet wie Google Maps weit verbreitet. Auch wurde sie zu beginn von ersten WebGIS Applikationen vermehrt eingesetzt. Der Zoom durch einen einzelnen oder doppelten Klick ist eine einfache, für jeden User schnell verständliche Möglichkeit in einer Karte zu navigieren. Dabei wird pro Klick stufenartig in oder aus der Karte gezoomt. Als Ausgangspunkt für den gezoomten Bereich kommt dabei meist der derzeitige Standpunkt des Mauszeigers zum Einsatz. -
Zoom durch Zoombox
Der Zoom durch eine Zoombox ist weit verbreitet in professionelleren Gis- bzw Kartenanwendungen. Dabei wird nach gedrückter Maus ein Rechteck über den gewünschten Kartenausschnitt aufgezogen und nach Loslassen der Maustaste in den Bereich gezoomt. Dabei wird zoomstufenunabhängig eine neue Karte generiert. Diese Variante ist sehr gut geeignet für Anwendungen in denen exakte Navigation notwendig ist. Jedoch eignet sich die Zoombox lediglich gut für das Hineinzoomen. Beim Herauszoomen ist die Angabe einer Zoombox eher unverständlich und irreführend und kann zu unerwarteten Ergebnissen führen. -
Zoom durch Einfach oder Multitouch
Erst möglich geworden durch die technologische Entwicklung von Multitouchscreens bietet dieser Zoom einen äußerst intuitiven Kartengebrauch. Durch Smartphones, wie z.B. das IPhone, sehr bekannt geworden besteht trotz der Einfachheit eine gewisse Einarbeitungszeit und ist nur mit guter Fingerkontrolle anzuwenden. Der Zoom durch Multitouching ist eine Spezial -variante der Zoombox. Durch das Drücken der Finger auf den Screen und das nachfolgende Aufziehen wird ebenfalls eine Zoombox erstellt. Anders als bei der klassischen Zoombox ist diese Methode jedoch auch für das Heraus Zoomen geeignet. Der Zoom durch einen einfachen Touch ist vergleichbar mit dem Zoom durch einen einfachen Klick. -
Zoom durch das Mausrad
Ebenfalls mittels Google Maps populär geworden ist der Zoom durch das Mausrad. Durch das Drehen des Rades wird entweder eine Stufe hinein- oder heraus gezoomt. Dabei wird meistens der aktuelle Standpunkt des Mauszeigers als Mittelpunkt des neuen Zoombereichs verwendet. Dieser Zoom ist einfach zu bedienen und sehr intuitiv. Jedoch lässt sich damit eine präzise Zoomkontrolle nicht realisieren. -
Stufenzoom
Als letzte populäre Variante sei der Stufenzoom erwähnt. Dabei wird dem User die Möglichkeit geboten, stufenartig in die Karte hinein oder hinaus zu zoomen. Als Basis für den neuen Ausschnitt wird dabei der Kartenmittelpunkt verwendet.
Interaktionsmöglichkeiten des Users
Einer der wichtigsten Faktoren in der Wahl der passenden Zoomfunktion ist die Art der User- Interaktion. Sehr weit verbreitete Interaktionsmöglichkeiten sind die Bedienung durch eine Computermaus und einen Touchscreen. Bei letzterem muss zusätzlich noch zwischen einfachem Touchscreen und Multitouchscreen unterschieden werden. Interagiert der User z.B. mit einem Stift auf einem Touchscreen, so werden Zoombox oder Doppelklick nicht anwendbar sein.
Interface Design abhängig vom Anwendungsgebiet
Außerdem ist es auch sehr wichtig, das Anwendungsgebiet im Interface- Design- Prozess zu berücksichtigen. Handelt es sich dabei um eine einfache Informationskarte, wie z.B. einen Routenplaner im Internet, so muss die Zoomfunktionalität präzise Zoomvorgänge erlauben. Hierbei ist eine leicht verständliche und intuitive Funktion besser. Ein anderes Anwendungsgebiet wäre eine Karte für Analyse- bzw. Planungs- Zwecke wie z.B. ein GIS für die Planung von Infrastruktur in einer Stadt. Dabei muss der User exakte Kartenausschnitte erhalten können.
Fazit für das Interface- Design der Zoom Funktionalität
Eine generelle Aussage, welche Variante von Zoomfunktion in einer Kartenanwendung zum Einsatz kommen sollte, ist nicht möglich. Werden die Interaktionsmöglichkeiten des Users, die Art des Anwendungsgebiets und der Typ von User berücksichtigt, können zumindest gewisse Varianten ausgeschlossen und andere in die engere Auswahl gebracht werden. Weiters ist es immer ratsam, auch das tatsächliche Verhalten der User zu berücksichtigen. Dies kann durch Test oder durch Beobachten analysiert werden.
Bei Fragen, Anregungen oder Ergänzungen zu diesem Thema sind Sie gerne eingeladen, einen Kommentar bzw. ein Mail zu schreiben!
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